FezS – Familien erleben zusammen Sprache

FezS – Familien erleben zusammen Sprache

Sprachförderung in Eltern-Kind-Gruppen in Stade, Altländer Viertel

  •  Eltern und Kinder entdecken gemeinsam die deutsche Sprache
  •  Wöchentliche Treffen über einen langen Zeitraum
  •  Qualifizierung der Gruppenleiterinnen
  •  Wichtige Aspekte und Rahmenbedingungen

 

 



Eltern und Kinder entdecken gemeinsam die deutsche Sprache

Viele Migrantenkinder lernen die deutsche Sprache erst im Kindergarten kennen. Migranteneltern sprechen selbstverständlich mit ihren Kindern in ihrer Muttersprache und das ist auch gut so. Dennoch ist ein früher und guter Start mit der deutschen Sprache wichtig und wünschenswert.
In Eltern-Kind-Gruppen wird dies aufgegriffen und werden Kinder an die deutsche Sprache herangeführt. Die Eltern – meistens Mütter – nehmen ebenfalls teil und beteiligen sich aktiv an Spielen, Singen und allen anderen Aktivitäten. Für die Eltern bedeutet dies oft auch ein (besseres) Kennenlernen der deutschen Sprache und gleichzeitig erfahren und erleben sie, wie sie die Sprachentwicklung ihrer Kinder unterstützen können. Sie treffen andere Familien, die dieselben Fragen und Probleme haben und bekommen von den Gruppenleiterinnen viele Tipps und Antworten auf ihre Fragen zur (sprachlichen) Entwicklung ihrer Kinder.
Die Eltern-Kind-Gruppen unterstützen sowohl die Sprachentwicklung der Kinder als auch die Kompetenz der Eltern.


 

Wöchentliche Treffen über einen langen Zeitraum

 

Nachdem die Zielgruppe im Stadtteil festgelegt ist, wird sie über die Eltern-Kind-Gruppen informiert und eingeladen. Kurz danach starten die wöchentlichen Treffen, an denen bis zu 10 Eltern mit ihren Kindern regelmäßig mindestens ein halbes Jahr lang teilnehmen können.
Zwei Gruppenleiterinnen, von denen eine idealerweise einen ähnlichen kulturellen Hintergrund wie die Zielgruppe hat, begleiten die Treffen.
Es gibt einen festen Ablauf mit folgenden festen Elementen: ein Begrüßungskreis, eine gemeinsame Zwischenmahlzeit, eine Sprachförderaktivität, gemeinsames Singen und Vorlesen, sowie Freispiel. Sprachförderung findet während der ganzen Zeit der Treffen statt, indem thematisch gearbeitet wird und die Aktivitäten zu Interaktion und Kommunikation anregen. Die Gruppenleiterinnen fordern die Eltern auf, aktiv an den Spielen und anderen Aktivitäten teil zu nehmen und mit ihren Kindern viel zu sprechen. Eine Sammelmappe, in der Spielideen, Liedtexte und anderes mit nach Hause gegeben werden, regt zur Wiederholung der Aktivitäten zu Hause an.
Die beste Motivation für Eltern, zu Hause weiter zu machen, ist, wenn sie erleben, wie ihre Kinder spielend lernen. Und dabei haben sie gemeinsam mit ihren Kindern viel Freude!


 

Qualifizierung der Gruppenleiterinnen

 

Die Gruppenleiterinnen werden in drei ganztägigen Workshops auf ihre Aufgabe vorbereitet. Parallel zur Arbeit in der Gruppe finden 10 dreistündige Treffen zur kollegialen Beratung statt.
Themen und Inhalte der Workshops beziehen sich auf die Werbephase und die Motivierung der TeilnehmerInnen, sowie auf die Methodik der Sprachförderung in den Eltern-Kind-Gruppen.In der kollegialen Beratung werden aktuelle Erfahrungen aufgegriffen und reflektiert und weitere Inhalte vermittelt.


 

Wichtige Aspekte und Rahmenbedingungen

 

Diese Methode eignet sich besonders für junge Kinder (2-4Jährige) und für bildungsferne Familien, die von sich aus den Kindergarten kaum besuchen. Empfehlenswert sind dabei:

  • Anbindung des Projekts an eine Institution (Kindergarten, Schule) und enge Zusammenarbeit/Abstimmung der inhaltlichen Arbeit
  • genaue Bestimmung der Zielgruppe und genügend Vorlaufzeit
  • Sozialraumbindung, Einbeziehung von ‚keypersons’ im Stadtteil
  • Einbindung und Information der Väter
  • die Gruppe hat ein Jahr Zeit, zusammen zu wachsen
  • finanzielle und räumliche Absicherung

 

Ein Projekt der Ev. Familienbildungsstätte Kehdingen/Stade e.V.

Fachliche Begleitung: Susanne Kühn

Projektlaufzeit: seit 2006 gibt es fortlaufend FezS-Gruppen in Stade und Umgebung!

 

Das Projekt FezS wird im Rahmen der „Familien mit Zukunft“ vom niedersächsischen Sozialministerium unterstützt:

www.familien-mit-zukunft.de/…